Die Hitze und das Instrument
Natürlich kennt das jeder: Wenn es heiß wird in Deutschland, dann will man eigentlich sein Auto gar nicht mehr öffnen, wenn es eine Weile auf der Straße und nicht in der abgedunkelten Garage gestanden hat. Abgesehen von den Temperaturen, die sich im Innern des Fahrzeugs bilden, ist die Sonne aber auch nicht gut für den Lack …
Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,
natürlich kennt das jeder: Wenn es heiß wird in Deutschland, dann will man eigentlich sein Auto gar nicht mehr öffnen, wenn es eine Weile auf der Straße und nicht in der abgedunkelten Garage gestanden hat. Abgesehen von den Temperaturen, die sich im Innern des Fahrzeugs bilden, ist die Sonne aber auch nicht gut für den Lack …
Wie sieht es mit dem Instrument im Haus aus? Natürlich weiß jeder, der sich einmal um die Bedürfnisse seines Instruments gekümmert hat, dass es ohnehin nicht am Fenster in der prallen Sonne stehen sollte. Das gilt unabhängig von den Außentemperaturen, denn auch im Winter kann die Sonne beim scheinen durchs Fenster dem Polyesterlack Schaden zufügen. Irgendwann wird er stumpf. Das lässt sich dann nicht mehr so leicht beheben. Auch furnierte Instrumente sind da empfindlich, das kennt man ja auch von anderen Möbeln mit Furnier: Sie verändern ihre Farbintensität, werden heller oder dunkler, je nach dem Holz.
Aber hier geht es ja nun einmal um die Klimaveränderung auch in unseren Breitengraden – denn der Klimawandel ist kein Ammenmärchen, sondern eine Tatsache. Wenn also draußen Temperaturen zwischen +30 und +40 °C herrschen, wird es auch im Innern der Räume irgendwann warm, wenn nicht sogar heiß. Leicht steigen dann die Temperaturen schon einmal auf 30 °C, da es in den Nächten keine Abkühlungen gibt und kaum Wind weht.
In diesen Momenten bedeutet dies Stress für das Instrument. Vor allem deswegen, da bei diesen Temperaturen auch die Luftfeuchtigkeit extrem schnell ansteigt.
Man kann das Instrument zwar vor der Sonne schützen, aber nur bedingt vor der Luftfeuchtigkeit, wenn man nicht über eine Klimaanlage verfügt, die der Luft die Feuchtigkeit entzieht. Leicht erreichen die Werte bis zu 80 % Luftfeuchtigkeit im Inneren der Häuser.
Das bedeutet, dass das zwar abgelagerte, aber immer noch lebende Material Holz im Instrument aufquillt. Leicht kann es dann schon einmal dazu kommen, dass die Mechanik nicht so gut arbeitet, dass die Tasten zu klemmen beginnen. Da sollte man schnell handeln.
Ein Luftentfeuchter hilft da ebenso wie im Winter ein Befeuchtungsgerät, da im Winter die Luftfeuchtigkeit in der Regel schnell einmal unter 50 Prozent sinken kann. Der ideale Wert liegt zwischen 50 und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit. Denn nicht nur das Holz ist empfindlich gegen die Feuchtigkeit, sondern auch die vielen kleinen Filze, die verbaut sind, da auch diese gerne dazu neigen, Wasser aus der Luft in sich aufzunehmen.
Grundsätzlich sollte man auf die Temperaturen in dem Raum, in dem ein Instrument steht, beobachten. Direkte Sonneneinstrahlung sollte grundsätzlich vermieden werden. Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit im Raum und am besten auch direkt im Instrument zu messen.
Das sollte man seinem einmal ausgesuchten Instrument schon gönnen! Und wenn Sie selbst nicht weiterkommen, fragen Sie Ihren Klaviertechniker, denn der kennt sich aus. Allerdings warten sie nicht, bis es zu Problemen kommt, sondern sorgen Sie vorbeugend für die Umstände, die Ihr Instrument braucht.
Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -
